Zeitungs-Ausschnitte: Metall / Headless (1)

Band-Portrait von METALL - Zeitschrift "Melodie & Rhythmus" (1989)

Als Anfang Februar im Berliner Jugendklub Langhansstraße die Solidaritätsveranstaltung Heavy Metal für UNICEF ber die Bühne ging, war Metall natürlich dabei. Diese Gruppe der Sonderstufe aus Berlin existiert seit August 1988 in der Besetzung: Sven Rappoldt (bg, ld), Thomas Post (ldvoc), Uwe Lerach (g, voc), Nick Jaudzims (g, voc) und Ronald Schulze (dr, voc); es ist die mittlerweile sechste Besetzung. International orientiert sich Metall an Judas Priest, allerdings mit dem Ziel, ein Programm mit ausschlieďż˝ich eigenen Songs zu erarbeiten, um nicht als live-haftige Diskothek Energie und Spielfreude zu verlieren. "Eisenhart" hieß die erste Metall-Studioproduktion (im Januar auf Platz eins in der "Beat-Kiste"), weitere sind geplant, z.B. -"Die Vulkane der Erde" und "Heiße Sprüche".

Wer aber ist HEADLESS? - Zeitschrift "Melodie & Rhythmus" (1990)

Eine Band, 1988 im Berliner Osten noch unter einem Namen gegründet, der sich im vergangenen Jahre seinen Weg in die DDR-Rock-Spitze bahnte: Metall, eine Band, die mit Material wie "Eisenhart", "Vulkane der Erde" und vor allem ihrem Superhit "Easy Rider" (13 Wochen in der Hitliste für nationale Rockmusik bei Jugendradio DT 64, Die Beatkiste, auf Platz 1) nicht mehr nur aufmerken ließ. Und das mit Songs, die unter den ziemlichen schwierigen Arbeitsbedingungen eines despotischen Jürgen Matkowitz im Prinzip-Studio entstanden.
Die sogenannte Wende gab Metall Anlaß und Gelegenheit, das Programm und den Gruppennamen in Headless zu ändern, gleichzeitig wurde auch die Gruppenstilistik korrigiert. Einstige Idole wie Judas Priest und Manowar wurden beiseite gelassen, nunmehr ein Sound angestrebt, der mit Satzgesang und kurzen Gitarrenparts mehr in Richtung des kommerziellen amerikanischen Hardrock weist, mehr an den Wurzeln dieser Musik ausgerichtet ist. Dieser stilistische Wandel brachte folgerichtig eine veränderte Bühnenshow, zu erleben auch bei der neuen "Heart Of Steel"-Tour.
Mit der Wende kam überraschenderweise auch das o.k. zur ersten, an internationalen Standards orientierten Produktion: "Metal For You", die erste englische Nummer kam in der Hitliste der Beatkiste gleich auf Platz 2. Auch die neuen Texte entstehen in der Band selbst, dafür verantwortlich zeichnen der Sänger Thomas Post und Gitarrist Roland Tchech, erst seit Juli '89 dabei. Desweiteren gehören zum aktuellen Line-Up: Sven Rappoldt - bg, voc, ld; Uwe Lerach - g, voc und Ronald Schulze - dr, voc, alle seit Anbeginn dabei. In der genannten Besetzung und mit "Metal For You" kam Headless Anfang Dezember '89 auch in das zuvor eher metalfeindliche Jugendfernsehen.
Aber die Band ist nicht nur TV-aktiv (Anfang Februar erschien mit dem neuesten Titel "1989" das erste eigene Videoclip), auch im Hause AMIGA zeigte man sich ein weiteres Mal dem landeseigenen Metal geneigt und plant für Sommer 1990 die Veröffentlichung eines Samplers ("Speed Up") u.a. mit Headless-Songs. Allerdings legten einige bundesdeutsche Kleinfirmen mal wieder einigen Spürsinn mehr an den Tag und winkten bereits mit LP-Verträgen.
Zu einem weiteren Punkt auf der offensichtlich nach oben zeigenden Headless-Karriere-Skala wird sicher eine gemeinsame Ost/West-Tour mit dem derzeitigen Geheimtip aus Berlin-West Mother's Little Nightmare unter dem Motto "Demokratie Ja - Rechts Nein!" werden; zweifellos auch Höhepunkt dieser gar nicht so kopflosen Band im 90er Jahr. (von E. Leo Gehl)
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