"Tendenz superschwerer Hardrock" - Zeitschrift "Melodie & Rhythmus" (1985)![]() So hatte auch BABYLON wohl eine nicht nur kurze zeitliche Distanz lang mit eigenen und nichteigenen Identifikations- und Gestaltungsproblemen zu kämpfen, Problemen, die den gerade in diesem Genre so schädlichen Kompromiss etwa mit einem allzu separaten, sauberen Gesangssound, einer allzu klinischen Mischung, einem allzu hygienischen Bass oder einem viel zu netten Text zur Folge haben und die zwangsläufig in alle Popper-Abgründe führen müssen. Glücklicherweise hat BABYLON solche Unsicherheiten ihrerseits völlig überwunden, wie mir Bandleader und Bandgründer Dieter Wiesjahn unlängst versicherte und wie ich es vor allem selbst an "Geisterstunde" und "Komm gib mir mehr", den beiden neuesten BABYLON–Stücken, erhören konnte. Vorangegangene, z.T. sehr erfolgreiche Stücke wie der Prüfungssong "Alles Gute" oder die Fetennummer "He, kommt alle rüber", aber auch "In der S-Bahn" und "Gib Gas und komm" haben diese Tendenz schon klar angedeutet, so das es eigentlich kein Wunder ist, wenn sich die Band heute klar und viel versprechend fixiert zeigt. In jedem Fall offerieren diese Songs eine professionell strukturierte, klare HM-Phraseologie, die den aktuellen Anforderungen des Genres voll gerecht zu werden scheint. Die Wendung Superschwerer Hardrock ist daher sowohl eine treffende, von Dieter Wiesjahn formulierte Bestimmung der eigentlich alten BABYLON–Neuorientierung wie auch ihr frappanter Slogan, den man neuerlich auf ihrem Werbematerial vorfindet. Dennoch aber hat der mit einer außerordentlich soliden, langjährigen musikalischen Ausbildung versehene BABYLON–Komponist Dieter Wiesjahn mit und vor allem auch ohne seinen rührigen Org.-Leiter Lothar Heinrich für heute und für die Zukunft hinreichend zu tun. Gilt es doch, nicht nur den gefüllten Terminkalender der Band zufrieden stellend abzuarbeiten, sondern auch eine Menge Proben- und Neueinstudierungszeit zu absolvieren, d.h. den Slogan immer mehr mit Leben zu erfüllen. Das dürfte trotz aller Professionalität noch ein ganzes Stück Arbeit beinhalten, sicherlich noch an einem immer homogeneren, immer kompakteren Gruppensound zu arbeiten. In Detlef Volquardsen (voc, keyb) hat der BABYLON–Bandleiter zweifellos einen ersten Partner, der (insbesondere nicht nur durch den Gros passabler Texte) eine wesentliche Stütze ist. Aber auch die anderen BABYLONIER mit Andrej Horvath (g), Carsten Heinrich (dr) und Hubert Ranft an der Bassgitarre machen einen so guten Eindruck, das es mir fast müßig erscheint, die Erfolgsliste der Band mit dem wirklich prächtigen Namen BABYLON herunterzurattern. Dennoch dürfte die frühzeitige Auszeichnung mit dem Titel "Hervorragendes Amateurtanzorchester der DDR", die Goldmedaille bei den Arbeiterfestspielen der DDR, die Auftritte in den Fernsehsendungen "rund" und "Stop!Rock!", die Tournee durch die UdSSR, durch Ungarn und Bulgarien, die Teilnahmen an "Rock für den Frieden", die Titelproduktionen auch bei AMIGA der Erwähnung wert sein. Unter anderen mit den Stücken "Erde halt die Balance" (Text Kurt Demmler), "Schwarzer Schnee" (Text Katharina Koch) und "Monopoli – nie mehr Krieg" (Text Kurt Demmler) dürfte BABYLON nicht nur ihre Teilnahme an "Rock für den Frieden" einige Ehre gemacht haben, wobei solche noch unerwähnten Songs wie beispielsweise die "Dschigiten-Legende", "Der Typ mit dem Radio", "Dampfmaschine", "Heiße Nächte", "Wilde Träume" oder "Sommerzeit – Wir haben Ferien" nicht weniger beachtet werden sollten. Tatsächlich ist so das gesamte BABYLON-Repertoire nicht erst seit gestern nahezu ausschließlich Eigenrepertoire, wenn auch aus Publikumsrücksichten und Neigung drei Scorpions–Songs sowie ein AC/DC–Leitsong ("Whole Lotta Rosie") im ständigen Programm enthalten bleiben. Wer die HM-Liveszene kennt, weiß wie hoch eine solche Eigenständigkeit eingeschätzt werden muss. Zehn Jahre ist BABYLON nun jung, sechs Jahre erst ist sie eine Profi-Band in einem keineswegs einfachen Rockgenre. Ich denke, das die Band das Meiste und das Beste noch vor sich hat, das hoffentlich auch in nicht allzu ferner Zeit eine BABYLON–LP zu haben sein. Und: Die besten Wünsche zum Jubiläum! (von Walter Kutzner) Info-Artikel zu BABYLON - Zeitschrift "Neues Leben" (1986)BABYLON aus Berlin hat in neuer Besetzung viel vor (Dieter Wiesjahn, Gitarre; Detlef Volquardsen, Gesang; Carsten Heinrich, Schlagzeug; Hubert Ranft, Bassgitarre). Die beiden Songs "Geisterstunde" und "Wir rocken los" erscheinen auf Single; im Herbst soll eine Live-LP produziert werden. Zuvor geht es auf eine Tournee durch die VR Polen.Rezension der LP "Dynamit" - Zeitschrift "Neues Leben" (1988)![]() Vielleicht ist die nächste Babylon–LP dann doch eine Live–Platte, denn bei allen hörbaren Bemöhungen, bleibt mancher Song in der unbefriedigenden 4–Minuten–Zähmung stecken. (von Wolfgang Martin) Bandvorstellung BABYLON - Zeitschrift "Iron Pages" (1988)..... hier noch eine Bandvorstellung. Nämlich Babylon. Viel Schriftliches liegt mir ja nicht vor, desto mehr Promotionmaterial. Jedenfalls gibt es Babylon schon eine ganze Weile, da sie in ihrer Erfolgsreihe schon eine Goldmedaille bei den Arbeiterfestspielen gewonnen, sowie eine ganze Reihe Fernsehauftritte hinter sich haben. Auch sind verschiedene Lieder seit 1984 fr Amiga produziert worden. Als Single (ihre bisher einzige Veröffentlichung) ist aber nur 1986 der Titel "Geisterstunde" erschienen, auf dessen Rückseite der Mitsingrocker "Wir rocken los" steht. Dieser wird zwar von der Band als nicht besonders bezeichnet, doch weiß ich nicht warum. Er ist zwar nicht besonders hart, aber er dürfte live trotzdem gute Stimmung aufkommen lassen. Die A-Seite ist dagegen schon eher was fürs Metalherz, obwohl man Babylon wohl eher dem Heavy Rock zuordnen sollte. Eine LP ist momentan in Arbeit und dürfte so im Frühjahr-Sommer nächsten Jahres erscheinen. Es liegen also zwischen der Single und der LP dann fast 2 Jahre, was hier nicht gerade zum Erfolg beitragen würde. Aber in der DDR sind solche Wartezeiten durchaus normal. Das sie nicht in Vergessenheit geraten, dafür sorgen schon die vielen Touren, welche sie auch schon nach Ungarn, Bulgarien und in die UDSSR geführt haben. Wer mehr von der Band wissen will oder die Single haben will, sollte an Dieter Wiesjahn in Berlin (DDR) schreiben. (von Otger Jeske) |
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